Regulierung
Regulierung ist die Feineinstellung, die eine mechanische Uhr näher an die wahre Zeit bringt. Durch Verschieben des Rückerzeigers verändert ein Uhrmacher die wirksame Länge der Spiralfeder, beschleunigt oder verlangsamt die Schwingung und verringert so, wie viele Sekunden die Uhr täglich vor- oder nachgeht.
Auf einen Blick
- Wer es macht
- Meist ein Uhrmacher
- Einstellteil
- Rückerzeiger
- Messgerät
- Zeitwaage (Timegrapher)
Wie schnell eine mechanische Uhr läuft, hängt davon ab, wie rasch die Unruh hin und her schwingt. Die Regulierung stimmt diese Schwingrate fein ab, um die tägliche Abweichung zu verkleinern, und erfordert daher kein vollständiges Zerlegen des Werks.
So funktioniert es
Die meisten Werke tragen einen Rückerzeiger über der Spiralfeder. Dieser Hebel bestimmt die wirksame Länge der Feder, und die Unruhbrücke ist oft mit den englischen Buchstaben F für fast (schnell) und S für slow (langsam) graviert, die die Richtung anzeigen:
- Richtung schnell (F): die wirksame Feder wird kürzer, die Schwingung beschleunigt, die Uhr geht vor
- Richtung langsam (S): die wirksame Feder wird länger, die Schwingung verlangsamt, die Uhr geht nach
Ein Uhrmacher liest die Rate auf einer Zeitwaage ab, bewegt den Hebel ein Haarbreit und misst erneut. Gute Arbeit bedeutet meist, die Rate über die Lagen auszugleichen, die Ganggenauigkeit und Abweichung bei Zifferblatt oben, Krone unten und so weiter.
Wann sie nötig ist
Eine neue Uhr kann mit der Zeit leicht abdriften, oder ihre Rate verschiebt sich nach einem Stoß. Die Regulierung erfolgt in der Regel bei der Wartung, oft zusammen mit einer kompletten Revision. Ein praxisnahes Beispiel für den Gang einer automatischen mechanischen Uhr finden Sie in unserem Orient Mako 3 Test.
Beispiele
Eine Automatik, die täglich einige Sekunden vorgeht, lässt sich beim Uhrmacher in Minuten durch Verschieben des Rückerzeigers nah an die wahre Zeit bringen, eine weit kleinere Arbeit als ein vollständiges Zerlegen.
Diese Uhr ansehenWenn sich die Spiralfeder nach einem Stoß verhakt und die Uhr plötzlich stark vorgeht, behebt der Uhrmacher zuerst die Ursache und reguliert danach den Gang erneut.
Vergleich
Regulierung und Revision werden oft verwechselt, sind aber unterschiedliche Arbeiten.
| Variante A | Variante B | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Regulierung (Gangeinstellung) | Komplette Revision | Die Regulierung stimmt nur den Gang fein ab; die Revision zerlegt, reinigt und ölt das Werk und reguliert es am Ende erneut. |
Verwandte Begriffe
Uhren mit diesem Merkmal
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Regulierung einer Uhr selbst zu Hause vornehmen?
Davon wird in der Regel abgeraten. Der Rückerzeiger ist sehr klein, und ein leichtes Verrutschen kann den Gang verstellen oder die Spiralfeder dauerhaft beschädigen, wenn Sie sie berühren. Eine genaue Einstellung erfordert eine Zeitwaage, daher überlässt man die Arbeit meist einem Uhrmacher.
Wird die Regulierung meine Uhr vollkommen genau machen?
Nein, eine mechanische Uhr läuft nie vollkommen genau. Die Regulierung verkleinert die tägliche Abweichung, oft auf wenige Sekunden, und verbessert den Ausgleich über die Lagen, doch Temperatur und Tragegewohnheiten beeinflussen den Gang weiterhin etwas.
Wie oft muss eine Uhr reguliert werden?
Eine Uhr, die stabil läuft, muss nicht regelmäßig reguliert werden. Das geschieht meist nur, wenn der Gang merklich abgedriftet ist oder bei einer kompletten Revision. Wenn Ihre Uhr plötzlich stark vor- oder nachgeht, lohnt es sich, sie von einem Uhrmacher prüfen zu lassen.