Anker (Pallet Fork)
Der Ankerhebel, englisch Pallet Fork, ist ein kleiner ankerförmiger Hebel in der Hemmung. Seine beiden Palettensteine sperren und lösen abwechselnd das Hemmungsrad und geben dabei einen dosierten Energiestoß an die Unruh weiter. Dieses Sperren und Lösen erzeugt das Ticken einer Uhr.
Auf einen Blick
- Position
- Hemmung, zwischen Räderwerk und Unruh
- Steinmaterial
- Meist synthetischer Rubin (Ein- und Ausgangsstein)
- Aufgabe
- Sperrt das Hemmungsrad, gibt der Unruh den Impuls
Der Ankerhebel gehört zu den Teilen, die bestimmen, wie eine mechanische Uhr die Zeit hält. Er nimmt die gleichmäßige Drehkraft aus dem Räderwerk auf und zerlegt sie in dosierte Impulse, die zum Schwung der Unruh passen. Deshalb sitzt er im Herzen der Hemmung, zwischen der Energie auf der einen und der zeithaltenden Schwingung auf der anderen Seite.
Was er tut
Die Steine an beiden Enden des Hebels sperren und lösen abwechselnd das Hemmungsrad. Bei jeder Freigabe rückt das Rad ein Stück vor, und über eine volle Hin- und Herschwingung der Unruh rückt es um einen Zahn weiter, während der Hebel der Unruh einen kleinen Stoß gibt. Ohne diesen Stoß kommt die Unruh allmählich zum Stillstand.
- Sperren: der Eingangs- oder Ausgangsstein hält das Rad an und blockiert das Werk für einen Augenblick
- Impuls: beim Lösen geht ein Teil der Kraft über den Hebel an die Unruh
- Das Ticken: die Steine, die auf das Rad treffen, erzeugen das hörbare Geräusch
Warum die Steine wichtig sind
Ein- und Ausgangsstein bestehen meist aus synthetischem Rubin. Eine harte, polierte Fläche hält die Reibung gering und lässt das Werk jahrelang ohne messbaren Verschleiß laufen. Der Ankerhebel ist ein Bauteil eines größeren Themas, der Hemmung. Erst das Zusammenspiel dieser drei Teile erklärt, warum eine Uhr überhaupt tickt.
Beispiele
In jeder mechanischen Uhr, deren Sekundenzeiger mehrmals pro Sekunde in kleinen Schritten vorrückt, werden diese Schritte vom Sperren und Lösen des Ankerhebels gezählt.
Diese Uhr ansehenDie Schweizer Ankerhemmung, die sich in fast jeder modernen mechanischen Armbanduhr findet, nutzt genau diese Logik des Ankerhebels.
Vergleich
Ankerhebel und Hemmungsrad werden oft verwechselt, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.
| Variante A | Variante B | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Ankerhebel | Hemmungsrad | Der Hebel sperrt, löst und trägt den Impuls zur Unruh; das Hemmungsrad ist das gezahnte Rad, das die Kraft aus dem Räderwerk bringt und pro Freigabe um einen halben Zahn, pro Hin- und Herschwingung der Unruh um einen ganzen Zahn vorrückt. |
Verwandte Begriffe
Uhren mit diesem Merkmal
Häufig gestellte Fragen
Was macht der Ankerhebel?
Der Ankerhebel sperrt und löst abwechselnd das Hemmungsrad und gibt der Unruh bei jeder Freigabe einen kleinen Stoß. So verwandelt er die gleichmäßige Kraft aus dem Räderwerk in die dosierten Impulse, die die Zeit halten.
Warum bestehen die Steine des Ankerhebels aus Rubin?
Ein- und Ausgangsstein bestehen meist aus synthetischem Rubin, weil eine harte, glatte Fläche die Reibung gering hält. So berühren sie das Hemmungsrad viele Male pro Sekunde über Jahre hinweg ohne messbaren Verschleiß.
Ist der Ankerhebel etwas anderes als das Hemmungsrad?
Ja, es sind getrennte Teile. Der Ankerhebel ist der Hebel, der sperrt, löst und den Impuls zur Unruh trägt. Das Hemmungsrad ist das gezahnte Rad, das die Kraft aus dem Räderwerk bringt und bei jeder Freigabe um einen halben Zahn, pro Hin- und Herschwingung der Unruh um einen ganzen Zahn vorrückt. Zusammen bilden sie die Hemmung.