Drucktest
Ein Drucktest prüft die Wasserdichtigkeit einer Uhr maschinell, bevor Sie ihr im Wasser vertrauen. Der Trockentest erkennt Lecks am Gehäuse über Luftdruck, der Nasstest setzt die Uhr unter Wasser dem Druck aus. Nach jedem Batteriewechsel oder Service ist er unverzichtbar.
Auf einen Blick
- Zwei Verfahren
- Trockentest (Luftdruck, ohne die Uhr zu benetzen) und Nasstest (Druck unter Wasser, Bläschen zeigen die Stelle)
- Wann nötig
- Nach Batteriewechsel, Service oder Glaswechsel, vor jedem Wasserkontakt
- Zugehörige Norm
- ISO 6425 verlangt für zertifizierte Taucheruhren zusätzlich Druck- und Überdruckprüfungen
Jedes Mal, wenn ein Gehäuse geöffnet wird, werden die Dichtungen gestört, sie altern oder sitzen ungleichmäßig. Der einzige verlässliche Weg, die Wasserdichtigkeit einer Uhr zu kennen, ist daher ein maschineller Test, bevor sie überhaupt ins Wasser kommt.
Trockentest und Nasstest
Die beiden Hauptverfahren ergänzen einander:
- Trockentest: die Uhr liegt ohne Wasser in einer geschlossenen Kammer, und es wird Luftdruck aufgebaut; verformt sich das Gehäuse minimal, erkennt das Gerät ein Leck im Mikrometerbereich
- Nasstest: die Uhr wird unter Druck in Wasser getaucht, und aufsteigende Bläschen zeigen genau, wo das Leck sitzt
Der Trockentest läuft zuerst, weil er die Uhr nicht nass macht; der Nasstest dient anschließend dazu, die undichte Stelle zu lokalisieren.
Wann er nötig ist
Ein Drucktest ist vor allem nach dem Öffnen des Gehäuses wichtig. Ein Batteriewechsel, ein Service oder ein Glaswechsel stört die Dichtung, daher muss die Wasserdichtigkeit danach erneut geprüft werden. Pflegegewohnheiten finden Sie in der Kategorie Wartung, und für Uhren mit Wasserkontakt im Ratgeber Beste Taucheruhren unter 500 Euro.
Beispiele
Ein Uhrmacher öffnet das Gehäuse, um Ihre leere Batterie zu wechseln, und legt die Uhr danach in einen Trockentester. Weil eine Dichtung nicht sauber sitzt, meldet das Gerät ein Leck im Mikrometerbereich, also tauscht der Uhrmacher die Dichtung aus und wiederholt den Test.
Bevor Sie eine ältere Taucheruhr ins Wasser nehmen, lassen Sie sie nass testen; ein feiner Bläschenstrom am Rand der Krone zeigt, dass die verschraubte Krone nicht mehr vollständig dichtet.
Vergleich
Trockentest und Nasstest verfolgen dasselbe Ziel auf verschiedenen Wegen; der eine erkennt ein Leck, der andere lokalisiert es.
| Variante A | Variante B | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Trockentest | Nasstest | Der Trockentest arbeitet mit Luftdruck und benetzt die Uhr nicht, weshalb er zuerst erfolgt; der Nasstest taucht die Uhr unter und zeigt anhand der aufsteigenden Bläschen genau, wo das Leck sitzt. |
Verwandte Begriffe
Häufig gestellte Fragen
Ist nach einem Batteriewechsel ein Drucktest nötig?
Bei jeder Uhr, die mit Wasser in Kontakt kommt, ja. Ein Batteriewechsel bedeutet, das Gehäuse zu öffnen und die Dichtung zu stören, sodass der alte Wert nicht mehr verlässlich ist. Der Drucktest bestätigt, dass die Dichtung sitzt und das Gehäuse weiterhin dicht ist.
Was ist der Unterschied zwischen Trockentest und Nasstest?
Der Trockentest setzt die Uhr ohne Wasser unter Luftdruck und erkennt ein Leck an der leichten Verformung des Gehäuses, deshalb läuft er zuerst und bleibt trocken. Der Nasstest setzt die Uhr unter Wasser unter Druck und zeigt die undichte Stelle anhand aufsteigender Bläschen.
Ist eine als wasserdicht gekennzeichnete Uhr nicht bereits geprüft?
Der Werkswert gilt nur, solange die Uhr neu ist und das Gehäuse nie geöffnet wurde. Dichtungen altern, verschieben sich bei jedem Öffnen und können durch Stöße beschädigt werden. Der Wert ist ein Ausgangspunkt, keine Garantie, daher zeigt nur ein aktueller Drucktest den wahren Zustand.